Gestern haben wir mit einer kleinen Besetzung des Chores im Vorabendgottesdienst alpenländische Adventslieder gesungen. Ich liebe diese Lieder, sie strahlen so viel Wärme und Liebe aus. Die Melodien sind richtige Ohrwürmer, noch Tage danach singe ich sie vor mich hin. Die Lieder zeugen von einem tiefen Glauben, viel Hoffnung und singen von der freudigen Erwartung auf die Geburt Jesu.
Die Texte gehen in die Tiefe, aber manche Ausdrücke oder Worte lassen doch stutzen, weil sie in unserem Sprachgebrauch nicht mehr vorkommen. Ich habe jedenfalls noch nie davon gehört oder gelesen, dass die Hirten „gute Zeitung bringen“ vom Erlöser dieser Welt. Ein Blick in Wikipedia verrät, dass „Zeitung“ ursprünglich ganz allgemein „Nachricht“ meinte und erst im Lauf des 18. Jahrhunderts der Begriff auf das gedruckte Medium verengt wurde.
Das ganze Lied „Ach, mein Seel’“, dessen Text ich als sehr tiefgehend empfinde:
Habt ihr schon mal auf etwas „hart gewartet“? Ich nicht. „Harte Liebe“ und ähnliches ist ist bei jüngeren Menschen heute wieder sehr gebräuchlich, wenn „sehr“ oder „ groß“ gemeint ist. Mir erschließt sich die Benutzung des Begriffes in diesem Zusammenhang nicht, aber wenn es in einem alten volkstümlichen Lied gebraucht wird, hat es wohl seine Berechtigung. Das Lied „Rorate! Ach, tauet ihr Himmel“ nimmt in der ersten Strophe den Text des Introitus (Eröffnungsverses) vom vierten Adventssonntag „Rorate coeli desuper et nubes pluant justum “ (Jesa 45, 8) – „Tauet Himmel den Gerechten, Wolken regnet ihn herab.“
Beschwingt wie der Engel, der gerade das „Ja!“ Marias gehört hat, und der freudig zu Gott zurückfliegt, ist das Lied „Ave Maria, mit Gnaden gezieret“. Der Text ist feine Poesie, schlicht und doch ergreifend.